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ZUM STOFF
Die Novelle DAS ERDBEBEN IN CHILI von Heinrich von Kleist erzählt einen Vorfall, der sich bei der Zerstörung der Stadt Santiago de Chile 1647 zugetragen haben soll. In der Entgegensetzung von zerstörerischer Naturgewalt, die gesellschaftliche Strukturen außer Kraft setzt, und einer in der Naturschilderung deutlich mit paradiesischen Attributen gekennzeichneten, durch die Katastrophe erst möglich gewordenen Erlösungshoffnung, der dann durch die hysterisierte Masse der entwurzelten Menschen ein mörderisches Ende bereitet wird, hat Kleist mit seiner ersten Erzählung, geschrieben 1806, einen philosophisch extrem verdichteten Text geschaffen, der auch als "Beben des Sinns" gelesen werden kann. Der armenische Komponist Awet Terterjan entschied sich für Kleists Stoff, als er den Auftrag für seine zweite Oper (nach DER FEUERRING, 1967) erhielt. Die Handlung, getragen von zwei Hauptfiguren, SIE und ER, von wenigen Solisten und vom Chor, verarbeitet die Grundstruktur der Kleist-Novelle in freier Art und Weise:
Die Tochter eines Adeligen ist in ein Kloster gesteckt worden, um sie von ihrem Geliebten, dem Hauslehrer, zu trennen. Dennoch ist es den Liebenden gelungen, sich im Klostergarten zu treffen und zu vereinen. Daraufhin werden beide zum Tode verurteilt. Kurz vor der Hinrichtung werden sie durch ein Erdbeben befreit und treffen sich vor den Toren der zerstörten Stadt wieder. Um an einem Gottesdienst teilzunehmen und Gott für ihre wundersame Rettung zu danken, begeben sie sich in die halbzerstörte Kathedrale in der Stadt. Sie werden erkannt und als schuldig an der Heimsuchung gebrandmarkt. Die aufgebrachte Menge tötet sie.
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Letzte Aktualisierung ( 12. 07. 2007 )
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