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Seite 7 von 7 Wenig gebildete Musiker mit minimalen Vorstellungen von Musik haben sich auch in der mittleren Ebene des Staats- und Parteiapparates sowie in der Leitung der Verbandsorganisationen festgesetzt. Sie haben einander innerhalb der einzelnen Republiken wie auch des Landes insgesamt gesucht und gefunden. «Unsere» tun sich mit «Euren» auf der mittleren Verbandsebene wie auf administrativer Ebene zusammen, entscheiden über wichtige Fragen und unterminieren auf diese Weise gleichsam von innen her die Säulen der großen Musik. Daher auch die bisweilen unbedarft zusammengestellten Programme zu Plenen, Festivals und Kongreßen, Programme, die unsere Musik in Mißkredit bringen. Diese Leute schaffen eine Athmosphäre, die sich unweigerlich auch auf den Bildungsprozeß auswirken muß. Sie erziehen den Geschmack, versuchen ihn in eine bestimmte, vor allem ihnen genehme Richtung zu lenken. Größere Bedeutung muß auch der Kritik beigemessen werden. Gerade die Musikwissenschaft stellt für das Mittelmaß eine besondere Gefahr dar (daher auch der ständige Haß ihr gegenüber). Kennen doch Musikwissenschaftler - bei aller Begrenztheit der Ausbildung am Konservatorium - auf Grund der Spezifik ihres Berufes (sie müssen zumindest viel Fachliteratur lesen) sehr viel mehr Komponisten. Auch hier dienen selbstverständlich mittelmäßige Musikologen mittelmäßigen Komponisten, aber ein ehrlicher, gebildeter Musikwissenschaftler, der sich nicht in den Dienst der Konjunktur stellt und die Vorgänge zu durchschauen vermag, bringt die Karten der Pseudokomponisten ordentlich durcheinander (im positiven Sinne des Wortes): Er nennt die Dinge bei ihrem Namen, zeigt Geistlosigkeit auf, wo Geistlosigkeit vorliegt.
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| Letzte Aktualisierung ( 23. 06. 2007 ) | |||||||||
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